Lukas Schnödewind krönt sich mit Sieg und Streckenrekord beim OstseeMan
Sommerliches Triathlon-Festival an der Ostseeküste
Der OstseeMan-Triathlon in Glücksburg hat einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, warum er zu den sportlichen Höhepunkten im Norden zählt. Hochklassige Leistungen, packende Duelle an der Spitze und ein neuer Streckenrekord sorgten dafür, dass die Region einen Tag lang ganz im Zeichen des Ausdauersports stand.
Für das sportliche Ausrufezeichen der 24-jährigen Veranstaltungsgeschichte sorgte Lukas Schnödewind aus Osterrönfeld. Mit einer Zeit von 8:05:22 Stunden verbesserte er den Streckenrekord auf der Langdistanz und krönte sich erstmals zum OstseeMan-Sieger.
Insgesamt gingen rund 1.600 Athletinnen und Athleten beim OstseeMan an den Start. Entlang der Strecken sorgten tausende Zuschauerinnen und Zuschauer für eine stimmungsvolle Kulisse und begleiteten die Teilnehmenden auf ihrem Weg ins Ziel. Nach dem von Dauerregen und starkem Wellengang geprägten Vorjahr präsentierte sich Glücksburg diesmal von seiner besten Seite. Fast spiegelglattes Wasser bei 19 Grad, nur leichter Wind sowie ein angenehmer Mix aus Sonne und Wolken boten nahezu ideale Bedingungen für schnelle Zeiten und große sportliche Leistungen.
Auf der Langdistanz über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathon stellten sich knapp 250 Einzelstarter der Herausforderung. Schnödewind setzte sich bereits im Wasser an die Spitze des Feldes und verließ die Förde mit fast sieben Minuten Vorsprung. Allerdings wusste der 30-Jährige, dass mit Titelverteidiger Florian Harbig (TriZack Rostock) ein besonders starker Konkurrent die Verfolgung aufgenommen hatte, dessen Stärken auf dem Rad und beim Laufen liegen.
Den Vorsprung verteidigte Schnödewind zunächst auf der Radstrecke, obwohl Harbig nahezu die gleiche Geschwindigkeit anschlug. Auf den letzten 42,2 Kilometern wurde das Rennen dann zunehmend zum Krimi. Kilometer für Kilometer verkürzte Harbig den Abstand und schien auf dem Weg zu seinem dritten OstseeMan-Erfolg in Serie zu sein.
„Ich bin die ganze Zeit meinen Rückstand vom Schwimmen hinterher gerannt. Ich wollte gern wieder gewinnen und habe alles gegeben“, erklärte der OstseeMan-Sieger der Jahre 2024 und 2025. Auch Schnödewind erkannte an den Wendepunkten, wie schnell sein Vorsprung schmolz. „Als ich gesehen habe, wie nahe er ist, dachte ich schon, dass es um mich geschehen sei und er mir das Herz brechen würde“, sagte er nach dem Rennen.
Als Harbig seinen Rückstand rund zwölf Kilometer vor dem Ziel bis auf etwa 100 Meter verkürzt hatte, schien das Rennen endgültig zu kippen. Doch ein Krampf zwang ihn zu einer kurzen Stehpause. Schnödewind nutzte diesen Moment konsequent aus. „Als ich sah, dass der Streckenrekord noch drin ist, hat mir das neue Kraft gegeben und ich habe alles gegeben“, erklärte der spätere Sieger.
Für Schnödewind war dieser Erfolg die Belohnung für mehrere Anläufe. Nachdem er in den vergangenen Jahren bereits mehrfach das Podium angegriffen hatte, jedoch unter anderem durch einen Radsturz sowie eine Aufgabe infolge einer Unterkühlung gestoppt worden war, gelang ihm nun der große Durchbruch. „Mein Motto ist, niemals den Glauben zu verlieren. Ich komme so oft, bis es endlich klappt“, stellte Schnödewind klar.
Mit seinem Sieg schrieb er zugleich OstseeMan-Geschichte. Erstmals seit der Premiere im Jahr 2002 gewann ein Schleswig-Holsteiner die Langdistanz der Männer. Bei den Frauen war dieses Kunststück zuvor lediglich Rike Kubillus aus Kiel und Liesa Schmidt aus Ratzeburg gelungen.
Florian Harbig erreichte das Ziel nach 8:11:59 Stunden und blieb damit nur knapp über dem bisherigen Streckenrekord von 8:11:32 Stunden, den Timo Schaffeld aus Oberhausen 2023 aufgestellt hatte. Rang drei belegte Bastian Luthmann aus Lippetal in 8:22:08 Stunden. Dahinter folgte mit Fabian Sommer von den TriVelos Flensburg (8:35:47 Stunden) ein weiterer Athlet aus dem Norden.
Im Frauenrennen der Langdistanz setzte sich Hannah Deuring aus Hannover souverän durch. Sie gewann in 9:41:39 Stunden vor Marie Hilscher (FC St. Pauli/9:56:25 Stunden) und Lisa Heinrichs (SV Würzburg 05/10:05:06 Stunden).
Auch auf der Mitteldistanz über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen fiel die Entscheidung erst auf den letzten Kilometern. Nach insgesamt 113 Rennkilometern standen die Siegerinnen und Sieger erst kurz vor dem Ziel endgültig fest.
Bei den Frauen setzte sich Jule Foelckel vom ASC Göttingen in 4:33:57 Stunden durch und verwies damit sogar die Deutsche Meisterin Marianne Juliane Kulling (TV Fürstenwalde/4:39:36 Stunden) auf den zweiten Platz. Lea Paysen vom SV Enge-Sande wurde in 4:51:40 Stunden Gesamtvierte und sicherte sich gleichzeitig den Landesmeistertitel.
Im Rennen der Männer feierte Finn von Schmeling (TriMichels Hamburg) einen perfekten Einstand beim OstseeMan. Der 28-Jährige fing seine Konkurrenten auf der Laufstrecke noch ab und gewann überraschend in 4:02:30 Stunden. Dario Ernst (KSV Baunatal/4:04:29 Stunden) belegte Rang zwei. Dritter wurde Hauke Timme (USC Kiel/4:05:31 Stunden), der sich in einem engen Rennen zugleich den Landesmeistertitel sicherte.
Aus Veranstaltersicht ein sehr erfolgreicher OstseeMan 2026. Sven Christensen, Geschäftsführer der OstseeMan Marketing und Event GmbH: “Was für ein perfektes Wochenende mit herausragenden sportlichen Leistungen, zufriedenen Gästen und ganz vielen Fans an der Strecke. Glücksburg hat seinem inoffiziellen Titel des “Hawaii des Nordens” alle Ehre gemacht.
Wir freuen uns schon auf den OstseeMan 2027 mit einem erhöhten Kontingent von Teilnehmern beim “Glück in Sicht” Charity Run und dem Ausbau unseres Konzepts der “Fan-Nester”. Wir bleiben ein Event der kurzen Wege, wo Topleistungen, hoher Teilnehmerservice und familiäre Atmosphäre zusammen kommen.”

