Blog 23/2017

Blog-23/2017

Ich weiß langsam nicht mehr ob ich lachen oder weinen soll. Eine normale Woche ohne Vorkommnisse gibt es bei mir wohl nicht. Der Trainer und mein Umfeld brauchen starke Nerven mit mir.

 

Die Woche war Ruhe geplant, um dann ausgeruht in den Ligawettkampf in Erbach zu gehen. Es war drückend schwül, weit über 30 Grad. Montag und Dienstag passte soweit alles, obwohl ich schon schwere Beine hatte. Nur etwas bewegen, nicht wirklich belasten war die Devise. Mittwoch hatte ich dann abends einen Zahnarzttermin für die Zahnreinigung. Die hat mein Körper, zusammen mit der Hitze, gar nicht vertragen. Mein Körper war so richtig beleidigt mit mir, so dass ich Donnerstag nach Vortag auch das Training canceln musste. Es war so krass, das ich abends um 6 auf dem Sofa lag und nicht mehr Kraft hatte auf Toilette zu gehen. Natürlich war ich geknickt, aber nachdem ich mitbekommen hatte, das jemand aus dem Bekanntenkreis von einem Auto vom Rad geholt wurde, relativiert sich das eigene Wehwehchen wieder ganz schnell. Gottseidank ist nichts schlimmeres passiert.

 

Ich hab's dann Freitag und Samstag locker angehen lassen, wobei ich am Samstag mal kurz den Gashahn aufgemacht habe um den Körper wieder zu wecken. Wir haben das Wetter auch genutzt, waren Tretboot fahren, Eis essen mit dem Zwerg und abends auf dem Stadtfest. Bissle Urlaubsfeeling und entspannen. Samstag Abend begann dann aber doch wieder die übliche Unruhe vor dem Wettkampf. Ich habe dann doch kurz aber gut geschlafen. Um 5 Uhr war der Wecker gestellt, 5 min vorher war ich sogar von alleine wach. Schnell einen Kaffee und kleines Porridge vereinleiben, Rad aufs Dach und meine 2 Teamkollegen, Wolf und Hauke abgeholt. Nach knapp 2 h Fahrt waren wir in Erbach und konnten uns in aller Ruhe vorbereiten bzw Equipment einchecken.

 

Punkt 10 der Startschuss. Vorher gab mir Teamchef Jürgen noch die Anweisung die ersten 200 m Vollgas zu schwimmen um dann bei den schnelleren Schwimmern im Wasserschatten zu bleiben. So klappte Runde 1 von 2 ganz ok. In Runde 2 jedoch kamen die nach uns gestarteten Jedermänner, Schwämme uns auf bzw teils über mich drüber an der Wendeboje. Ein paar Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen sagt man bei uns. Das genaue Gegenteil war der Fall. Nach einer noch gehörigen Portion Seewasser im Schlund, versuchte ich wieder meinen Rhythmus zu finden. Die Zeit rann runter und ich dachte mir, könnte jetzt mal vorbei sein, da sich auch Hüftbeuger und Gesässmuskel negativ bemerkbar machten. Ich hielt kurz an, wollte mich orientieren, scheisse du bist wieder an Boje 1 und am Schwimmausgang vorbei, oder doch nicht? Ich versuchte mir anhand der Farbe der Bademützen der anderen Teilnehmer etwas zu behelfen. Ich checkte gar nix mehr. Auch die Helfer auf den begleitenden Surfbrettern konnten mir nix genaues sagen. Wertvolle Zeit verstrich. Ich wollte ja auch nicht abkürzen und bescheissen. Irgendwann raffte ich mich auf, schwamm raus und trabte in die Wechselzone. Wenn die Räder der anderen Teamkollegen noch stehen, ist was gründlich schief gelaufen, dachte ich mir. Sie waren Gottseidank weg.

 

Die ersten Kilometer auf den zu fahrenden 43 hügeligen Kilometern tat ich mich schwer. Moral am Boden ob meines Fauxpas und die steife Muskulatur in der Hüfte, ließen keinen Druck zu. Mit der Zeit wurde es zwar besser, meine angestrebte Leistung konnte ich nicht abrufen. An der steilsten Stelle in einem Aufstieg wartete dann auch mein Kumpel Robby, der an der Strecke wohnt und sprach mir Mut zu. Nach endloser Fahrerei alleine hatte ich auch zwei Mitstreiter im Blick. Mit einem der beiden "duellierte" ich mich bis zur Wechselzone. 1 km vor dem Wechsel bin ich auf einen Teamkollegen aufgefahren und zusammen nahmen wir den abschließenden 10 km Lauf auf. Ich löste mich schnell und schloss wieder zu meinem Mitstreiter vom Rad. Wir unterhielten uns etwas, da er für die Tübinger Mannschaft startet und quasi ja auch fast Nachbar ist. Irgendwann kamen meine 2 anderen Teamkollegen entgegen nach dem Wendepunkt. Hm zuweit weg dachte ich. Doch offensichtlich war ich deutlich schneller unterwegs und lief beide auf, immer noch in Begleitung des Tübinger Sportskameraden. Der meinte dann, Alex jetzt tritt halt mal an. Gesagt, getan. Es lief die letzten 2,5 km wie im Rausch. 40:14 sagte die Zeitmessung. Wow, das laufe ich normal ohne vorher schwimmen und rad.

 

Nun bin ich wieder eine Erfahrung reicher. Der Fauxpas hat mich dann auch eine gute Platzierung gekostet. Subjektiv habe ich mich unwohl auf dem Rad gefühlt, objektiv hat es immer noch zu einer sehr schnellen Zeit gereicht. Laufen, was soll ich sagen - Bombe. Auch wenn wir dieses Mal nicht ganz vorne in der Teamwertung lagen, es hat allen Spaß gemacht und wir Lemminge sind mit insgesamt 5 Ligateams die größte Truppe. Jeder feuert jeden an, toll.

 

Noch 2 Wettkämpfe bis zum Ostseeman, 6 Wochen Arbeit. Wird scho spannend

 

Wünsche euch jedenfalls wieder eine tolle Trainingswoche, viele Grüße euer Alex

 

 

 

 

 

 

 

Hallo liebe Ostseeman Community,

 

mein Name ist Alexander Gajo, 40 Jahre alt und ich blogge für Euch meine Vorbereitung zu meiner Langdistanzpremiere beim Ostseeman 2017.

 

Triathlon betreibe ich erst seit 2012, bisher einige Sprint-, Olympische- und Mitteldistanzen. Zuvor habe ich schon intensiv Radrennsport betrieben und bin Lizenzrennen, mehrmals Tourtransalp und diverse Radmarathons gefahren. Ich lebe am Rande des Schwarzwaldes in Nagold, bin in der Radbranche tätig und bin über einen Trainingskollegen auf den Ostseeman aufmerksam geworden. Er hat mir wärmstens nahelegt hier meine Langdistanzpremiere zu feiern, da sowohl Strecke als auch die familiäre Atmosphäre vom Feinsten sind. Was ich in meiner Vorbereitung erlebe und wie es dazu kam Triathlet zu werden, was mich antreibt, erfahrt Ihr liebe Leser in meinem Blog zum Ostseeman 2017. Ich freue mich darauf.