Blog 03/2017

Blog-03/2017

Leider bin ich der Typ, der, wenn ein Infekt umgeht, immer gleich „hier“ schreit.

 

War ich noch stolz, die letzten Monate gesund durchzukommen, hat es mich nun diese Woche doch mit Magen/Darmvirus erwischt. Montag war ein Ruhetag geplant und Dienstag wollte ich wieder volle Kanne loslegen. Schon nach dem Aufstehen war klar, etwas stimmte nicht. Mir war hundeelend schlecht. Im Laufe des Tages wurde es immer schlimmer und gegen Nachmittag habe ich dann dem Porzellangott gehuldigt. Dazu konnte ich quasi minütlich dem Fieberthermometer entnehmen, dass die Temperatur kletterte. Das darf doch einfach nicht wahr sein. Ich war gefrustet und verknautscht. Mittwoch blieb ich dann auch wirklich im Bett, die übliche Prozedur, oben Cola, Banane und Laugengebäck, unten dann per Schnellentledigung wieder raus. Zeit totschlagen mit lesen, schlafen, DVDs, Radsport auf Eurosport – ihr kennt das ja.

 

Donnerstag-oh Wunder, ging es dann doch richtig gut, Fieber weg, Ruhepuls in den richtigen Parametern und es waren frühlingshafte Temperaturen bis 12 Grad angesagt. Auf den Tag hatte ich mich die ganze Woche schon gefreut. Ich dachte mir, no risk no fun, ab aufs Rad. Es lief dann richtig gut, sieht man von meinem Bauch ab, der ab und zu rumpelte. Zack hatte ich dann 60 km auf dem Tacho stehen und habe vollends die erwärmte Luft und die Sonnenstrahlen genossen. Zufrieden stieg ich vom Renner. Doch abends kam dann die Quittung, Rechnung mal wieder ohne den Wirt gemacht Herr Gajo!!! Ich verbrachte eine volle Stunde auf der Toilette. Freitag dann also doch noch Tag Ruhe. Leider sagte mir um 6:50 morgens meine Physiotherapeutin ab, die es auch umgebügelt hatte. Ich überlegte, was ich am Wochenende denn trainiere. Schwimmen kommt für mich so nicht in Frage, Laufen mit der Hüfte auch eher schwierig, also bleibt nur Rad.

 

Samstag hatte ich dann in der örtlichen Zeitung ein Wohnungsinserat geschaltet, da war klar, dass ich eher wenig Zeit habe. Also flux auf die Rolle, einmal ordentlich Durchpusten bitte und nach 30 min war mein Trainingspensum erfüllt. So ganz wollte ich die Woche dann doch nicht verstreichen lassen. Ergo verabredete ich mich mit ein paar Trainingskollegen für einen 100er am Sonntag. Wir sind dann gut gerollt, ich hatte gut Druck auf dem Pedal, wäre gerne sogar einen Ticken schneller gefahren. 104 km standen am Schluss auf dem Tacho und ich habe mich sehr gut dabei gefühlt, obwohl die letzte Stunde bei 5 Grad und Regen echt eklig war. Dazu kamen die ganzen Faschingsumzüge die wir umkurven mussten. Da wirst Du immer angeschaut, als kommt Du gerade vom Mars. Naja umgekehrt, die schwankenden Narren, die Teenager die sich alle gegenseitig übertreffen wollen und uns Radfahrer mit sehr einfallsreichen Wortkreationen krakeelend begleiteten. Ok, ich gebs zu, ich war früher auch so. Wirklich Bombe fühle ich mich auch aufgrund des für mich niedrigen Gewichtes in den Anstiegen, ich merke deutlich das ich 5 kg weniger habe wie sonst um diese Zeit.

 

Grundsätzlich bin ich nicht so der Gruppentyp für das Grundlagentraining. Die vorne fahren sind dann immer einen Ticken zu schnell, im Windschatten fährt man eher im KB als im GA1 Bereich. Meistens fahre ich allein. Ich kontrolliere mich mit einem Leistungsmesser von SRM und meinem Puls. Oft fahre ich deshalb alleine. Meistens auch sehr kontrolliert. Für viele geht da der Spaß verloren, sklavisch mit dem Leistungsmesser zu arbeiten. Mir macht das nix aus, alles Gewöhnungssache. Und wenn man wenig Zeit hat, sollte einfach Qualität vor Quantität kommen.

 

Apropos Zeit. Mittwoch konnte ich mich mit meinem neuen Arbeitgeber auf die letzten Details des Arbeitsvertrages einigen. D.h. ab 13.2. arbeite ich für einen Radsportgroßhändler im Außendienst in Baden-Württemberg. Da heißt es, Disziplin, Disziplin und nochmals Disziplin. Nicht nur das ich meine Fahrten gut planen muss, ebenso jeden Tag Essen vorbereiten, so dass ich nicht wahllos mich an Fastfood etc. labe. Wie das Training wird – ich weiß es nicht. Klar, ich habe einen groben Plan im Kopf. Mal schauen wie der sich umsetzen lässt. Klar ist auch, die kommende Woche ist meine letzte freie Woche in der ich noch einen Radblock setzen kann. Denn dann wird es schwierig bis zum Ostseeman 2017 noch eine Woche frei zu haben. Neuer Job geht vor! Auch wenn ich sicherlich das Oster- und das Pfingstwochenende nutzen will. Leider sind die Wetteraussichten mehr als bescheiden für kommende Woche. Ich gebe trotzdem mein Bestes und hoffe nochmals 500 km zusammenzubekommen, bevor ich Sonntag nach Erfurt reise. Dort werde ich eine Woche Produktschulungen bekommen und immerhin ist in der Nähe des Hotels eine Schwimmhalle. Da mein neuer Arbeitgeber auch eine prominente Radmarke im Portfolio hat, die stark im Triathlon am kommen ist, bin ich auch sehr gespannt auf die Räder. Wenn man die dann in Natura sieht, erlebt und fährt – ist das immer ein wenig wie Weihnachten, mit Glitzern in den großen (Kinder)augen.

 

Trainiert gut – habe die Ehre, Alex

 

 

 

 

 

Hallo liebe Ostseeman Community,

 

mein Name ist Alexander Gajo, 40 Jahre alt und ich blogge für Euch meine Vorbereitung zu meiner Langdistanzpremiere beim Ostseeman 2017.

 

Triathlon betreibe ich erst seit 2012, bisher einige Sprint-, Olympische- und Mitteldistanzen. Zuvor habe ich schon intensiv Radrennsport betrieben und bin Lizenzrennen, mehrmals Tourtransalp und diverse Radmarathons gefahren. Ich lebe am Rande des Schwarzwaldes in Nagold, bin in der Radbranche tätig und bin über einen Trainingskollegen auf den Ostseeman aufmerksam geworden. Er hat mir wärmstens nahelegt hier meine Langdistanzpremiere zu feiern, da sowohl Strecke als auch die familiäre Atmosphäre vom Feinsten sind. Was ich in meiner Vorbereitung erlebe und wie es dazu kam Triathlet zu werden, was mich antreibt, erfahrt Ihr liebe Leser in meinem Blog zum Ostseeman 2017. Ich freue mich darauf.