Blog 31 - KW 30/2016

Mission Glück KW 30 - Start in einer Woche!

Tschüss Alltag – Moin Glücksburg!

 

Hi aus Glücksburg!

Eigentlich habe ich doch erst gestern? angefangen für die Glücksmission zu trainieren. Und jetzt, einige Augenblicke, etliche Schokoriegel, viele Schwimm-, Rad und Laufkilometer später befinde ich mich tatsächlich schon am Ort des Geschehens. Unfassbar schnell ging das, beinahe ein Wimpernschlag oder ein Räusperer, weiter nichts…

Apropos Räusperer: Offensichtlich gehöre ich (falls das bis jetzt noch nicht aufgefallen ist) zu den Athleten, die im Verlauf des Trainings und in Vorausschau auf ein Großereignis einige merkwürdige Ticks entwickeln. Ein wirklich untrügliches Zeichen für die unmittelbare Konfrontation mit DEM TAG sind bei mir geschwollene Drüsen und Schluckbeschwerden.

Anfang der KW 30, ich hatte gerade noch heldenhaft verkündet, wie unfassbar BEREIT ich bin, kam der Halsschmerzgeist, das blöde Arschloch! Ein Dämon, ein Plagegeist, hartnäckig, kratzbürstig, der hämisch grinsend meinen Rachen bevölkerte. Bereits vor meiner ersten Langdistanz 2013 hatte mich der Halsschmerzgeist heimgesucht, bis damals meine liebe kleine Schwester Annette mit ein paar pflanzliche Beruhigungstropfen und einigen Schüsslersalzen bewaffnet dem Ganzen Einhalt gebot.

Ein anderes Mal wiederum (letztes Jahr vor dem Allgäu-Triathlon) war ich derart im Tunnel, dass ich eine echte Erkrankung mal eben ignorierte. Zwei Wochen später stellte mir ein HNO-Arzt die Frage, ob ich die halb ausgeheilte Mittelohrentzündung denn nicht antibiotisch behandelt hätte. Ups!

Entsprechend nahm ich dann den Halsschmerzgeist ernst, auch wenn ich wusste, dass mein Kopf möglicherweise der Nährboden für seine Existenz war. Allerdings war die Entzündung im Rachen deutlich sichtbar, so dass ich mich nach und nach in der Apotheke mit allerlei pflanzlichen Leckerlis eindeckte. Ihr müsst wissen, dass ich sonst weder wehleidig noch sonderlich Medikamenten-affin bin, aber besondere Situationen erfordern besondere Verhaltensweisen. Diese hinterfragte ich erst, als der Apotheker bei meinem dritten Besuch freundlich aber bestimmt vorschlug, dass ich doch langsam einmal die Ruhe einfahren könnte. Danach wechselte ich die Apotheke ;-) Immerhin wollte ich doch nur sämtliche Tipps beherzigen. Eine mehrfach genannte Prognose war jedoch, dass alles weg sein würde, sobald ich endlich am Meer wäre.

Und doch hatte der Apotheker ein paar wahre Worte ausgesprochen, denn Ruhe war in der KW 30 insbesondere im Job ein Fremdwort. Ich mag gar nicht ins Detail gehen, sonst rege ich mich nur auf, bekomme ich ein Magengeschwür und renne wieder zum Pharmazeuten. Außerdem habe ich mir vorgenommen, den Alltag auszublenden, sobald ich in Glücksburg bin. Also spare ich mir weitere Erläuterungen. An Training war während der Werktage tatsächlich kaum zu denken, denn der Stress (und der Halsschmerzgeist!) raubte Energie, ich fühlte mich müde und schlapp und trainierte nur sehr reduziert. Und wenn ich mich dann einmal in die Laufschuhe verirrte, taumelte eine grenzdebile Horde Jugendlicher auf der Suche nach Pokemons seitlich  in mich rein. Ein überaus merkwürdiger Trend. Wie kann man denn absichtlich offenbar orientierungsarm durch die Lande stolpern? Ich finde es aus persönlicher Erfahrung heraus schon aus Versehen tendenziell unangenehm. Mein Highlight der Woche bis zur Abreise in den überfälligen Urlaub war die Rückkehr meiner Kinder, die allerdings latent genervt waren, dass sie gleich schon wieder verreisen mussten. Trotzdem hatten wir ein schönes herzliches Wiedersehen und endlich wieder Leben in der Bude.

Ganz nebenbei eröffnete mir meine Mutter, dass sie sich vertan hatte und wir bereits Samstag und nicht erst Sonntag in der Ferienwohnung erwartet werden. Inzwischen bin ich sehr froh, dass es so ist, denn tatsächlich haben sich meine Schluckbeschwerden verzogen, und den elenden Halsschmerzgeist haben sie gleich mitgenommen, seit wir hier in Glücksburg angekommen sind. Meine Mutter hat ein wunderbar abgelegenes Domizil für uns entdeckt und gebucht. Sie hat sich im Vorfeld um den Einkauf gekümmert und sie freut sich, meine Töchter hier vor Ort zu bespaßen, während ich die Strecken besichtige, im Meer schwimme, Futtern und schlafen kann. Besser geht es eigentlich nicht! Wir wohnen mitten im Grünen in der Nähe einer etwas abgelegenen weniger touristischen Bucht, vor dem Fenster weiden Rehe und bis nach Glücksburg sind es gerade einmal 3 km. Und während ich hier nach getaner Trainingseinheit in der Wohnküche auf dem Sofa sitze und den Blog schreibe, bekomme ich einen Kaffee gekocht. Es lebe die Familie!

Jetzt scheint die Sonne, was bei der ersten Erkundung der Radstrecke vorhin leider nicht der Fall war. Aber selbst die Regentropfen und ein mäßiger Wind konnten die Schönheit der Radstrecke nicht trüben.

Ich traf mich mit Dorit, einer Blog-Bekanntschaft der ersten Stunde, die sich wie ich gestern mit ihrer Familie im Schneckentempo über die A7 an die Ostsee gequält hatte. Wir hatten einige Male im Vorfeld korrespondiert. Ihr Partner startet ebenfalls beim OM, aber auch Dorit hatte ihr pink- farbiges Zeitfahrrad ins Auto geworfen. Also beschlossen wir, gemeinsam die Strecke zu sichten, denn vier verpeilte und orientierungslose Augen sehen mehr als zwei. Schlussendlich haben wir uns echt nur ein einziges Mal ganz kurz verfahren, weil wir einen der roten Wegweiser beim Dauerquatschen übersehen hatten. Wir waren direkt auf einer Welle unterwegs! Danke Dorit, fürs Geleit!

Ansonsten war alles bestens zu finden, und schon jetzt werfen viele Banner und Fahnen ihre Schatten voraus. Großes Kompliment an die Veranstalter! So fühlt man sich in der Region willkommen. Die 30 km-Runde ist landschaftlich einfach wunderschön, ich bin sehr begeistert. Die Wellen und Anstiege liegen mir, wobei ich zugeben muss, dass ich nicht weiß, ob sie mir auch noch in den Runden 4 bis 6 liegen werden. Klar ist, dass man sich das Rennen sehr gut einteilen muss und dass es nötig ist, die vollen 180 km konzentriert zu bleiben, da die Strecke schon einige Kurven und Knicke zu bieten hat. Das ist mir aber deutlich lieber als eine langweilige monotone Strecke, die schon in der zweiten Runde zur Brechreizgrenze führt. Auf jeden Fall werde ich mir den Kurs in den kommenden Tagen noch ein zweites und ein drittes Mal anschauen, um mir die wichtigen Punkte einzuprägen. Auch das Schwimmen im Meer steht noch auf meinem Plan, denn davor habe ich wirklich großen Respekt. Außerdem habe ich eine wirklich schöne Laufstrecke am Fördesteig entdeckt, der direkt an unserem Ferienhaus vorbeiführt. Schön einsam und definitiv ohne Pokemon-Jäger. Hatte ich erwähnt, dass ich den Trend nicht verstehe?

Wahnsinn, Leute! Die Raceweek steht an! Manchmal kann ich es gar nicht glauben. Und manchmal weiß ich auch echt nicht, ob das wirklich hinhaut mit dem Finishen. Niemand kann das wissen bei einer Langdistanz, denn da können so dermaßen viele Unwegsamkeiten auf einen zukommen. Aber ich glaube an mich und meinen Fitnesszustand und gebe einfach alles, was geht. Alles, was ich in der Hand habe und beeinflussen kann, werde ich einsetzen und darauf hoffen, dass die Bedingungen und die Technik mitspielen. Der tägliche Motivationssong von meiner Fraggleschwester hilft definitiv beim Einschwören.

Ein paar gedrückte Daumen mehr wären mit Sicherheit von Vorteil! Einige der Leser des Blogs durfte ich schon persönlich kennenlernen, andere werde ich sicher im Verlauf der Woche treffen. Schon jetzt vielen Dank für Eure zum Teil sehr treue Begleitung, für die vielen netten, hilfreichen und aufmunternden Worte und für die gedrückten Daumen am Sonntag! Egal, wie es läuft, ich habe schon jetzt so viel gewonnen und viel Glück gehabt in meiner Vorbereitung. Darüber werde ich auch nach dem Wettkampf noch uneingeschränkt froh sein.

 

Habt bis zum Raceday eine zauberhafte Woche und bleibt bewegt!

Eure Daniela

 

 

 

 

Die Bloggerin 2016 Daniela Pätsch stellt sich vor: 

 

Ich bin Daniela, vierzig Jahre alt und bereits im dreizehnten Jahr aktive Triathletin. Ich lebe mit meinen beiden Teenie-Töchtern Lucie und Sanja in Diemelstadt im tiefsten Norden Hessens, nicht gerade eine Triathlon-Hochburg, jedoch eine Gegend mit wunderbaren Trainingsmöglichkeiten.  

 

Ich arbeite als Sozialpädagogin in einem Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, langzeitarbeitlose junge Erwachsene zu motivieren, aus ihrem "Loch" herauszukrabbeln, sich aufzubäumen und etwas aus ihrem Leben zu machen. Ich sehe es als meine Aufgabe an, Motivation zu leben und aktiv umzusetzen. Ich zeige auf diese Weise, was es bedeutet, sich ein Ziel zu setzen und dafür zu kämpfen. Ich möchte für diese jungen Menschen und nicht zuletzt für meine Töchter ein aktives Vorbild sein, da dies häufig mehr Wirkung zeigt, als warme Worte zu formulieren.

Ich bin Triathletin aus Leidenschaft, sportlich relativ talentfrei aber stark im Kopf, Triathlon-Trainerin und Yoga-Lehrerin.

Der Ostseeman ist nach dem Ironman Frankfurt 2013 erst meine 2. Langdistanz. Ich starte sonst bevorzugt über die halbe Strecke. Am Ostseeman reizt mich das Schwimmen im Meer und die von einem Vereinskollegen wiederholt beschriebene familiäre Atmosphäre.

Mein Ziel ist wie bereits 2013 erfolgreich zu finishen und den Wettkampf zu genießen.

Bedeutsam für mich sind nicht die Zeiten oder der Vergleich mit anderen, sondern der tägliche Kampf gegen mich selbst und den inneren Schweinehund. Ich trainiere aus meiner Sicht möglichst effizient nach einem Plan, nutze die mir zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll, um so letztendlich am Wettkampftag mein Bestes geben zu können. Yoga und Meditation helfen mir, die Beweglichkeit in Körper und Geist zu stärken, zu bewahren und aus der Ruhe Kraft zu schöpfen.

Für mich war die erste Langdistanz eine abenteuerliche Reise und ein Weg, auf dem sich vieles geklärt hat. Ich habe mich im Nachhinein geärgert, dass ich die vielen abenteuerlichen, emotionalen und verrückten Momente nicht hinreichend schriftlich festgehalten habe. Daher freue ich mich  umso mehr, dass mir hier nun der Rahmen gegeben wird, dies nicht nur festzuhalten, sondern auch noch mit anderen zu teilen.

Die „Mission Glück“ als positive Sichtweise und gelebte Motivation! Ich freue mich über jeden, der mich auf diesem Weg begleiten möchte.